Freitag, 24. November 2017

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Seelenfrieden in der "PornoWG" PDF Drucken E-Mail
Freitag, den 31. Januar 2014 um 15:05 Uhr

Landgericht Berlin, Zivilsache. Die Angelegenheit ging zurück auf eine körperliche Auseinandersetzung im Jahre 2010, die mein Mandant hatte und bei der er nicht unerheblich verletzt worden war. Monate der Arbeitsunfähigkeit waren damals die Folge.

2012 war ich mit der Geltendmachung der Schadenersatzansprüche beauftragt worden und wir hatten Ende 2012 die Klage eingereicht. Und was soll ich sagen, es lief gut. Ausgesprochen gut sogar, wenn man es prozessual betrachtet. Die Beweisaufnahme lief - deutlich - zu unseren Gunsten, die Chancen auf einen Sieg im Prozess waren m.E. sehr hoch. Das ist die eine Seite der Medaille.

Mein Mandant zeigte mir dann aber auch noch die andere. Das Verfahren belastete ihn und seine Familie sehr. Auch vor dem inzwischen dritten Verhandlungstermin war er noch immer deutlich angespannt und nervös, seine ihn begleitende Ehefrau nicht minder. Die Tochter, sie war als Zeugin vernommen worden, war gar in Tränen aus- und zusammengebrochen. Hinzu traten die Schriftsätze der Gegenseite, in denen von Beginn an gelogen und betrogen worden war. Für meine Mandanten wirkte das immer wieder wie das sprichwörtliche Salz in der noch immer offenen Wunde.

Als das Gericht dann in Aussicht stellte, es wären wohl noch weitere Beweise zu erheben und Gutachten einzuholen, zudem gebe es natürlich immer noch die II. Instanz, war dies genug für meinen Mandanten. Er ging auf den Vorschlag ein, einen Vergleich zu schließen, einen Teil seiner Forderung bezahlt zu bekommen und die Sache damit abzuschließen.

Ja, ich habe dem Mandanten unter Hinweis auf die Prozesschancen - deutlich - vom Vergleich abgeraten. Aber ich verstehe seine Entscheidung, sich und der Familie den ganzen Ärger für weitere Jahre zu ersparen, auch wenn damit der von der Gegenseite zu zahlende Schadenersatz geringer ausfällt. Und je öfter ich darüber nachdenke, desto sympathischer wird sie mir sogar. 

Was das alles mit Pornos zu tun hat? Das möge jeder selbst herausfinden, indem er sich wie ich heute morgen vor dem Termin in die Cafeteria des Landgerichts in der Littenstr. begibt und dort Smartphone, Tablet oder Co. nach einem verfügbaren WLAN-Netz suchen lässt. Es gibt genau eines und das heisst ... Genau.