Montag, 15. Oktober 2018

Fachanwalt für Strafrecht

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Immerhin. PDF Drucken E-Mail
Freitag, den 08. November 2013 um 12:40 Uhr

Manchmal muss man auf einen Fake setzen, um den Glauben nicht zu verlieren.

Der großartige Kollege Burhoff weist im nicht minder großartigen Jurion Strafrecht Blog auf eine kuriose Strafanzeige in Brilon hin. Dort soll ein Konsument auf dem Polizeirevier erschienen und sich bitterlich über die Qualität der ihm von seinem Dealer verkauften Amphetamine beschwert haben. Diese seien stark gestreckt worden ... Nun ja, Kollege Burhoff fragt sich (nicht ganz zu Unrecht), wie bescheuert man sein könne.

Ich nehm` den Armen mal dennoch in Schutz und gehe zu seinen Gunsten davon aus, dass das Zeug vielleicht doch ganz gut war Wink. Und immerhin hat der vermeintlich geprellte Konsument ja einen grundlegenden Tipp berücksichtigt: als die Beamten auf die Illegalität hingewiesen hatten und gern Genaueres wissen wollten, hat er - richtig: geschwiegen.

Über den Ausgang der Verfahren ist noch nichts bekannt.

 
Mein Papa ist Anwalt. PDF Drucken E-Mail
Freitag, den 01. November 2013 um 16:16 Uhr

Unterhaltung zweier Kinder auf dem Nachhauseweg:

"Mein Papa ist Ingenieur."

"Echt? Voll cool! - Meiner ist Anwalt."

"Ehrlich?"

"Neee, ein ganz normaler."

In dem Sinne allen ein schönes und vor allem erholsames Wochenende.

 
"Wir zollen Ihnen Respekt, dass Sie diesen Weg gegangen sind." PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, den 31. Oktober 2013 um 10:10 Uhr

Nicht nur, aber auch der Spiegel berichtet hier über den Freispruch im Wiederaufnahmeverfahren gegen Heinz-Dieter G. Herr G. war von seiner damals 15-jährigen Tochter bezichtigt worden, sie vergewaltigt zu haben. Sie war zur vermeintlichen Tatzeit neun und zehn Jahre alt. Das Landgericht Kempten verurteilte Herrn G. wegen der Taten zu einer siebenjährigen Freiheitsstrafe, die er auch komplett verbüßte. Die Tochter offenbarte sich irgendwann, sie hatte die Vorwürfe frei erfunden. Hintergrund sei gewesen, dass ihre Mutter sie nach der Trennung der Eltern aufgehetzt habe. Ihr Hass sei deshalb immer größer geworden. So weit, so schlecht.

Geschichten wie diese bilden nicht nur eine der Antwortmöglichkeiten auf die berühmte Partyfrage, wie man "solche Leute" überhaupt verteidigen kann. Die uns Verteidigern vorliegenden Ermittlungsakten zeigen uns immer wieder - unabhängig vom Delikt - wie schnell man in einen falschen Verdacht, ein Ermittlungsverfahren und dann auch in die Mühlen der Justiz geraten kann. Und es ist nicht ungewöhnlich, dass Strafverfolger (Polizei, Staatsanwaltschaft) sich dann auf das Sammeln belastender Umstände fokussieren, während entlastende Tatsachen nicht mehr wahrgenommen oder zur Seite geschoben werden. Letztere wieder in Erinnerung zu rufen, ist unsere Aufgabe als Strafverteidiger.

Wozu die Meinungen aber durchaus geteilt sein dürften: nach Darstellung des Spiegels soll sich die Vorsitzende Richterin in ihrer Urteilsbegründung auch an die Tochter gewandt haben mit den Worten: "Wir zollen Ihnen Respekt, dass Sie diesen Weg gegangen sind." Respekt also für die Tochter, die nach eigenem Bekunden von Beginn an "extreme Gewissensbisse" gehabt habe? Die gleichwohl den Bruder in eine Pflegefamilie gehen sah, ihren Vater sieben Jahre im Knast wusste und es dennoch "schaffte", zumindest solange gegen ihr Gewissen anzukämpfen, bis die von ihr durch die Falschaussage verwirklichten Straftaten verjährt waren?

Wie gesagt, man kann geteilter Meinung sein.

 
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