Donnerstag, 21. September 2017

Fachanwaltskanzlei am Adenauerplatz

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Mein Papa ist Anwalt. PDF Drucken E-Mail
Freitag, den 01. November 2013 um 16:16 Uhr

Unterhaltung zweier Kinder auf dem Nachhauseweg:

"Mein Papa ist Ingenieur."

"Echt? Voll cool! - Meiner ist Anwalt."

"Ehrlich?"

"Neee, ein ganz normaler."

In dem Sinne allen ein schönes und vor allem erholsames Wochenende.

 
"Wir zollen Ihnen Respekt, dass Sie diesen Weg gegangen sind." PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, den 31. Oktober 2013 um 10:10 Uhr

Nicht nur, aber auch der Spiegel berichtet hier über den Freispruch im Wiederaufnahmeverfahren gegen Heinz-Dieter G. Herr G. war von seiner damals 15-jährigen Tochter bezichtigt worden, sie vergewaltigt zu haben. Sie war zur vermeintlichen Tatzeit neun und zehn Jahre alt. Das Landgericht Kempten verurteilte Herrn G. wegen der Taten zu einer siebenjährigen Freiheitsstrafe, die er auch komplett verbüßte. Die Tochter offenbarte sich irgendwann, sie hatte die Vorwürfe frei erfunden. Hintergrund sei gewesen, dass ihre Mutter sie nach der Trennung der Eltern aufgehetzt habe. Ihr Hass sei deshalb immer größer geworden. So weit, so schlecht.

Geschichten wie diese bilden nicht nur eine der Antwortmöglichkeiten auf die berühmte Partyfrage, wie man "solche Leute" überhaupt verteidigen kann. Die uns Verteidigern vorliegenden Ermittlungsakten zeigen uns immer wieder - unabhängig vom Delikt - wie schnell man in einen falschen Verdacht, ein Ermittlungsverfahren und dann auch in die Mühlen der Justiz geraten kann. Und es ist nicht ungewöhnlich, dass Strafverfolger (Polizei, Staatsanwaltschaft) sich dann auf das Sammeln belastender Umstände fokussieren, während entlastende Tatsachen nicht mehr wahrgenommen oder zur Seite geschoben werden. Letztere wieder in Erinnerung zu rufen, ist unsere Aufgabe als Strafverteidiger.

Wozu die Meinungen aber durchaus geteilt sein dürften: nach Darstellung des Spiegels soll sich die Vorsitzende Richterin in ihrer Urteilsbegründung auch an die Tochter gewandt haben mit den Worten: "Wir zollen Ihnen Respekt, dass Sie diesen Weg gegangen sind." Respekt also für die Tochter, die nach eigenem Bekunden von Beginn an "extreme Gewissensbisse" gehabt habe? Die gleichwohl den Bruder in eine Pflegefamilie gehen sah, ihren Vater sieben Jahre im Knast wusste und es dennoch "schaffte", zumindest solange gegen ihr Gewissen anzukämpfen, bis die von ihr durch die Falschaussage verwirklichten Straftaten verjährt waren?

Wie gesagt, man kann geteilter Meinung sein.

 
Eltern haftet an Euren Kindern! PDF Drucken E-Mail
Dienstag, den 29. Oktober 2013 um 09:36 Uhr

Die Frankfurter Rundschau berichtet hier über die wohl zunehmend härteren Streiche an Halloween, sollte sich ein Nachbar für Saures entscheiden und Süßes verwehren. Schnell seien die Grenzen zur Sachbeschädigung und Nötigung überschritten, weshalb Eltern ihre Kinder auf dem Beutezug besser begleiten sollten. 

Mit Grausen erinnere mich aber auch an die Meldungen im letzten Jahr, insbesondere das "Abziehen" Jüngerer und ihrer Süßigkeiten durch irgendwelche feigen Teens. Wobei "Abziehen" eigentlich verharmlost - es handelt sich um nichts anderes als Nötigungen und Erpressungen, ggf.  sogar um Raub oder räuberische Erpressung. Taten also, die im Erwachsenenstrafrecht mit einer Mindeststrafe von 1 Jahr bedroht sind.

Eine klare Ansage, was erlaubt ist und was nicht, wird wohl keinesfalls schaden. 

 
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